Jenny Feldmann

* 1959 in Bagdad
lebt und arbeitet in Wien

http://jenny-feldmann.com

Hl Messepassstühle mit Ostergrüssen JESSAS NA

Der Abschluss der Skulptur symbolisiert eine Hostie bzw. Matze. Der Abschluss, ein Stockerl, bildet auf der Unterseite ein Kreuz. Der Abschluss ist voll gepflastert mit der „heiligen“ Kümmernis, einer Märtyrerin aus Portugal. Sie befindet sich im Grazer Diözesanmuseum und stammt ursprünglich aus einem Ursulinenkloster. Sie spielt eine Rolle in der internationalen Homosexuellenbewegung.

Bei frommen orthodoxen Juden ist die Matze rund und in der Grösse des Stockerlaufsatzes. Sie wird beim Pessachfest genauso geteilt wie eine Hostie in der Eucharistie. Frau/man könnte sich ein weisses Tuch über das Stockerl vorstellen, den Kelch, den der Priester auf dem Altar stellt, bevor er mit der Wandlung beginnt. Die 226 cm hohe Skulptur ist ein einziger Jesus.Das bewusst dunkel gehaltene Stockerl stellt Jesu toten Kopf dar. Der untere hellblaue Teil signifiziert „Er ist aufgefahren in den Himmel“. Dann im Violett die liturgische Farbe für das Leid. Die hellen Abschnitte in der Skulptur insinuieren Wolken.

Die Kombination der Jesusheiligenbilder mit den Hoferosterprospekten ist der provokante Ansatz, wie religiöse Feste vermarktet werden in der Verkitschung, sowohl in der Wirtschaft als auch im Glauben, und die gelben Ostereier mit Preisen, ist eine zusätzliche Kritik an die Kirche, die während der Messe ans Geld denkt, siehe Klingelbeutel. Es gibt auch Abbildungen von „Alten Meistern“ unter den Jesusheiligenbildern und solche von gefallenen, uniformierten Soldaten mit Hakenkreuz, wobei ein Soldat Hitler ähnelt. Der Hase aus dem Hoferosterprospekt, der im oberen Teil der Skulptur immer wieder hervorlugt, symbolisiert Gott. Im Frühchristentum war es nichtgestattet Gott, Jesus, … menschlich darzustellen, deswegen stand der Hase für Gott, der Löwe für Jesus, …. Rubens bediente sich in seinen frühen Bildern dieser Symbolik.

Zusammengefasst trägt der 226 cm hohe Jesus den ganzen Hitler plus Kitsch & Nichtkitsch plus Konsum plus Gier seitens der Kirche, Frauenrechte im Leid der Hl. Kümmernis bis hinauf zur Matze bzw. Hostie als Abschluss.

Jenny Feldmann, Februar 2017

MARIÄ

Mariä Geburt, Mariä Himmelfahrt

Das Innere der 174 cm hohen Skulptur bildet einen Teil eines gotischen Kreuzrippengewölbes, während die Aussenform einem romanischen Bogen entspricht und in ihrer Gesamtstruktur ganz besonders im Inneren lässt sich eine Grotte erkennen. Statuen, Skulpturen von Maria, Maria Magdalena befinden sich oft in Grotten. Meine Grotte ist leer: Maria ist in den Himmel gefahren. Auch erkennbar in der Anordnung der Farbigkeit der angebrachten Marienheiligenbilder, die dunkel beginnen und im Verlauf heller werden und der Grotte eine zusätzliche Plastizität geben. Wiederrum wird der Glaube im Kitsch sichtbar gemacht. Die Bildlein aufgeklebt auf einem Hintergrund aus Zuckerlfarben, Rosa, Himmelblau und Puderzucker. Ein Marienheiligenbild im FPÖ-Blau zuunterst, pöbelt dunkle Marienheiligenbilder mit Motiven „Alter Meister“ an.

Jenny Feldmann, Februar 2017