Hans Weigand: „Dark Surfing with Sigmund“ & More

27.01.2012 – 03.03.2012
Vernissage: Do, 26.01.2012, 19 Uhr

„Als Grenzgänger zwischen bildender und angewandter Kunst reagiert Hans Weigand in utopisch anmutenden Szenarien und Performances auf Gesellschaftsphänomene. Sein experimenteller Umgang mit modernen Mythen besticht durch außergewöhnliche Bildmotive und die Darstellung eines kulturell vernetzten Weltbildes. 
Eine besondere Qualität seiner Arbeiten liegt im innovativen Einsatz von spezifischen Materialen, wobei der Künstler gleichsam im Testverfahren unmittelbar auf technologische Entwicklungen reagiert und so Momentaufnahmen der Zeit formuliert.

Sein „Pop-Geschmack“ zeigt sich als Vorliebe für alles, was populär ist, sich medial verbreiten lässt und Massenwirkung erzeugt; dabei greift er mit der Collage von Sujets aus der Popkultur, der musikalischen Subkultur und der Kunstgeschichte auf Strategien zurück, die wesentliche Impulse für die Entwicklung neuer Bildfindungen geliefert haben. Dazu zählen Szenen aus der Medienproduktion und die Vernetzung von digitaler Fotomontage und malerischer Mittel. (Auszüge aus dem Pressetext des MAK, 2010)“

Paradigmatisch sind die monumentalen Panorama-Installationen der letzten Jahre. Das Panorama „Dark Surfing with Sigmund“, entstanden 2010, und im selben Jahr im Art Center Los Angeles präsentiert, ist nun erstmals in Europa zu sehen. Weigands Bildwelt wird darin auf neue Weise erlebbar; ein Gesellschaftsbild heutiger Zeit, worin sich die Leichtigkeit der kalifornischen Popkultur mit deren dunklen und abgründigen Erscheinungsformen vermischt.

In der Fotoserie „Disco Boys“ (1977), benannt nach einem Song von Frank Zappa, dient das eigene, jugendkulturell verortete Selbst als formbares Ausgangsmaterial: Der Körper wird zur Projektionsfläche, der mit unterschiedlichen Stilen der Zeit überblendet wird. „Cotton 2010“ spiegelt, typisch für Weigands Unternehmungen, ein genealogisches Interesse wider, nämlich dafür, wie ein Stück Amerika-beeinflusster Pop-Trivialität in die Alltagskultur Mitteleuropas eingeflossen ist. (Vgl. Christian Höller, 2005). Weigand verfilmt einen Groschenroman, macht ein B-Movie zum Fotoroman, verwertet ein Versatzstück aus einem Psychedelic-Klassiker als Raumarchitektur.

& More: Installativer Eingriff von Hans Weigand mit Werken befreundeter Künstler, wie Mike Kelley, Raymond Pettibon, Michel Würthle, Martin Kippenberger, Franz West und Heimo Zobernig.

Kurator: Stefan Bidner